Innere Haltung
Die Arbeit mit dem emotionalen Gedächtnis
Unser Gehirn unterscheidet nicht zwischen realen und gedachten Situationen. Ob ich etwas selbst erlebe, oder es mir nur in meinen Gedanken vorstelle: die Körperreaktion ist die gleiche und die dazugehörigen Gefühle auch.Unser Überlebensinstinkt tut dies permanent. Neue Situationen checkt er im Vornhinein ab.: Haben wir das schon einmal erlebt? Oder etwas, das dem ähnlich ist? Dabei geht das Gehirn aber nur die negativen Erfahrungen durch, denn davor will es uns schützen.
Beispiel: Bewerbungsgespräch.
Wir haben zu wenige Erfahrungen mit dem Bewerbungsgespräch gesammelt um in Ruhe diese Situation auf uns zukommen zu lassen.. D.h. unser Gehirn kann nicht auf ein Ritual zur strategischen Bewältigung dieser Situation zurückgreifen. Dies schafft die erste Ebene von Nervosität. Um eine Stratgee zu entwickelt, ruft das Gehirn dann ab, was wir als Wissen anderer gespeichert haben „Die wollten Dich provozieren“, „Die stellen unverschämten Fragen.“ „Du musst dich perfekt präsentieren!“, „Du darfst keine Schwächen zeigen.“ ….. Zusätzlich fragt sich das Gehirn „Kennen wir eine Situation, die dem Ähnlich ist?“
Die meisten kommen dabei auf den Vergleich „Das ist eine Prüfung.“ Dies hat fatale Folgen, denn die Schlussforderung ist: Es gibt nur richtige und falsche Antworten. Was wollen die hören, damit ich Pluspunkte erziele. Außerdem beginnt das Gehirn die anderen zu scannen, um herauszufinden „Bin ich auf dem richtigen Weg“. Dabei sieht es nur die Warnzeichen und bezieht diese auf sich: „Da schaut jemand auf die Uhr = Ich bin lang.“, Jemand zieht die Augenbraue hoch = Der ist skeptisch und mir nicht wohlgesonnen.
Kurzum: Ein Großteil unsere Gehirnkapazitäten geht in Beobachtung (des Feindes) und in Kontrolle des eigenen Verhaltens. Die Folge: wir werden immer unruhiger, unsicherer und fahriger.
Der Weg aus dem Dilemma:
Schaffe ein Bewusstsein zu der Art und Weise, wie Dein Gehirn im automatisierten Warnsystem dich eher behindert, als fördert. Lerne einen neuen Weg zu gehen.
Als bewusste Technik können wir uns dies vergegenwärtigen:
- Das Gehirn schickt immer erst mal eine Warnung.
- Nimm bewusst war: Welche Gefühle steigen dazu auf. Welche Gedankenmuster melden sich. Relativiere die Warnung Deines Gehirns. Die kann richtig sein, muss es aber nicht.
- Bringe ein Gegengewicht ins Spiel. D.h., suche in Deiner Erinnerung nach einer positiven Erfahrung und verknüpfe sie mit der aktuellen Situation
- D.h. Refraime die Situation die Situation. (Das Gehirn setzt einen Frame und verknüpft das Bewerbungsgespräch mit dem Setting „Prüfung“). Der neue Frame kann das Setting sein „Gespräch zur Findung der gemeinsamen Schnittmenge.)
Method Acting
Method Acting ist eine Schauspieltechnik, bei der Schauspielende versuchen, eine Figur nicht nur darzustellen, sondern sie innerlich zu erleben. Das Ziel ist ein möglichst authentisches und emotional glaubwürdiges Spiel.
Die Methode geht auf die Arbeit von Konstantin Stanislawski zurück und wurde später von Lee Strasberg am Actors Studio weiterentwickelt.
Die Grundprinzipien
- Emotionale Wahrheit statt äußerer Darstellung
Der Schauspieler sucht nach echten Gefühlen, anstatt Emotionen nur zu imitieren. Das Publikum soll den Eindruck haben, dass die Figur tatsächlich empfindet.- Persönliche Erinnerungen (Emotional Memory)
Ein zentrales Element bei Strasberg ist die sogenannte emotionale Erinnerung. Der Schauspieler erinnert sich an eigene Erlebnisse, die ähnliche Gefühle ausgelöst haben wie die Situation der Figur. Diese Erinnerungen dienen als Quelle echter Emotionen.Beispiel:
Eine Figur trauert um einen geliebten Menschen. Der Schauspieler erinnert sich an Momente der Trauer in seinem bisherigen Leben.
Typische Übungen
- Entspannungsübungen, um körperliche Spannung abzubauen.
- Konzentrationsübungen zur Fokussierung.
- Sinneserinnerungen (Sense Memory): Erinnern von Gerüchen, Temperaturen oder Berührungen, um Szenen lebendig werden zu lassen.
Vorteile
- Sehr glaubwürdige und intensive Darstellung.
- Große emotionale Tiefe.
- Figuren wirken lebendig und individuell.
- Starke Verbindung zwischen Schauspieler und Rolle.
Zu den Schauspielern, die häufig mit Method Acting in Verbindung gebracht werden, gehören: Marlon Brando, Robert De Niro, Al Pacino, Daniel Day-Lewis, Dustin Hoffman
Kleiner Funfact: Es ist ein verbreitetes Missverständnis, dass Method Acting bedeutet, ständig „in der Rolle zu bleiben“. Einige Schauspieler arbeiten so, andere nutzen die Methode vor allem zur Vorbereitung oder während bestimmter Szenen. Method Acting ist daher keine starre Technik, sondern ein Sammelbegriff für verschiedene Ansätze, die auf innerer Wahrhaftigkeit und persönlicher Identifikation mit der Figur beruhen.
Wie können wir uns die Technik „Method Acting“ für unser Bewerbungsgespräch zunutze machen?
Die Methode kann uns lehren, auch im Bewerbungsgespräch bei unserer inneren Wahrhaftigkeit und damit der Authentizität zu bleiben. Sie hilft uns außerdem unsere Aufmerksamkeit auf uns zu lenken, unsere Gedanken zu lenken und uns zu regulieren.
Wir verbinden uns bewusst mit unseren Talenten, Fähigkeiten und persönlichen Erfahrungen.
Wir machen nicht „Werbung“ für uns und arbeiten an unserer Verpackung (Wie soll ich stehen, sitzen, was mache ich mit meinen Händen?
Die Übung besteht darin, sich die eigenen bisherigen Leistungen wieder zu vergegenwärtigen. Situationen, die wir erlebt und positiv gemeistert haben, wieder in unser Bewusstsein zu holen. Sie ganz konkret im Detail noch einmal zu erinnern und damit wieder zu durchleben (Re-Inszenieren). Wenn wir uns hierein begeben, macht unser Körper den Rest. Er wird weit, lebendig, kraftvoll und richtet sich auf. Wir werden von innen heraus strahlen, Begeisterung zeigen und Lebendig sein.
Schauspielende nutzen die Methode, des bewussten Erinnerns, um die Figur, die sich verkörpern sollen, zu füllen. Wir können uns diese Übung zu Nutze machen, in dem wir unsere berufliche Rolle mit unseren eigenen positiven Erfahrungen bewusst verbinden. Mit diesem Bewusstseinsprozess Re-Inszenieren wir unsere Erfolge, denn unser Gehirn unterscheidet nicht zwischen realen und erinnerten Erlebnissen.
Unser Gehirn generiert dieses Re-Inszenierungen übrigens permanent. Nur leider macht es seine automatisierten Verknüpfungen so gut wie ausschließlich mit negativen Erfahrungen.
In dem wir die im Bewerbungsprofil angegeben Anforderungen mit unseren eigenen beruflichen Situationen verknüpfen und dabei die konkreten Momente der kleinen und großen Erfolge im Inneren visualisieren.
Deine Anforderung ist es auf Spurensuche zu gehen: Wo sind die Momente der Freude, des Stolzes, der Anerkennung der eigenen Leistung?
Beispiel: Anforderung Teamarbeit
- Welche konkrete Situation kannst Du erinnern, wo Du Teamarbeit erfolgreich gestaltet hast.
- Was war das Thema dieser konkret Teamaufgabe.
- Was war Deine Rolle in dem Prozess
- Was genau hast Du bewirkt
- Wo war der Moment der Freude
Refraiming
Unser Gehirn unterscheidet nicht zwischen realen und gedachten Situationen. Ob ich etwas selbst erlebe, oder es mir nur in meinen Gedanken vorstelle: die Körperreaktion ist die gleiche und die dazugehörigen Gefühle auch.
Unser Überlebensinstinkt tut dies permanent. Neue Situationen checkt er im Vornhinein ab. Haben wir das schon einmal erlebt? Oder etwas, das dem ähnlich ist? Dabei geht das Gehirn aber nur die negativen Erfahrungen durch, denn davor will es uns schützen.
Beispiel: Bewerbungsgespräch.
Wir haben zu wenige Erfahrungen mit dem Bewerbungsgespräch gesammelt um in Ruhe diese Situation auf uns zukommen zu lassen. D.h. unser Gehirn kann nicht auf ein Ritual zur strategischen Bewältigung dieser Situation zurückgreifen.
Dies schafft die erste Ebene von Nervosität.
Um eine Strategie zu entwickelt, ruft das Gehirn dann ab, was wir als Wissen anderer gespeichert haben und kommt in dieser Sammlung meist nur auf negative Erfahrungen.
„Die wollten Dich provozieren“, „Die stellen unverschämten Fragen.“ „Du musst dich perfekt präsentieren!“, „Du darfst keine Schwächen zeigen.“ U.s.w.
Zusätzlich fragt sich das Gehirn „Kennen wir eine Situation, die dem Ähnlich ist?“
Die meisten kommen dabei auf den Vergleich „Das ist eine Prüfung.“
Dies hat fatale Folgen, denn die Schlussforderung ist: Es gibt nur richtige und falsche Antworten. Was wollen die hören? Was muss ich sagen, damit ich Pluspunkte erziele. Außerdem beginnt das Gehirn die anderen zu scannen, um herauszufinden „Bin ich auf dem richtigen Weg“. Dabei sieht es nur die Warnzeichen und bezieht diese auf sich: Da schaut jemand auf die Uhr = Ich rede zu lang. Jemand zieht die Augenbraue hoch = Der ist skeptisch und mir nicht wohlgesonnen.
Kurzum: Ein Großteil unsere Gehirnkapazitäten geht in Beobachtung (des Feindes) und in Kontrolle des eigenen Verhaltens. Die Folge: wir werden immer unruhiger, unsicherer und fahriger. Wir verlieren die Klarheit, den roten Faden und geraten immer mehr in die Angst der alten Prüfungserfahrungen. Dies ist eine Art „Re-Inszenierung“ negativer Erfahrungen.
Der Weg aus dem Dilemma:
Schaffe Dir ein Bewusstsein zu der Art und Weise, wie Dein Gehirn im automatisierten Warnsystem dich eher behindert, als fördert. Lerne einen neuen Weg zu gehen.
- Mache Dir bewusst: Das Gehirn schickt immer erst Warnungen. Relativiere die Warnung Deines Gehirns±. Die kann richtig sein, muss es aber nicht
- Nimm bewusst war: Welche Gefühle steigen dazu auf. Welche Gedankenmuster melden sich.
- Refraime die Situation mit einer positiven Bild. Der neue Frame könnte dieses Setting sein:„Gespräch zur Findung der gemeinsamen Schnittmenge.“
Nun kannst Du Dich in Deiner Vorbereitung damit beschäftigen, Deine positiven Erlebnisse Deiner bisherigen Berufslaufbahn ins Gedächtnis zu holen.
Hierzu ist die Arbeit mit dem „Emotionalen Gedächtnis“ sehr zu empfehlen.
In der Schauspielausbildung wird diese Technik als „Method Acting“ unterrichtet